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Aufwendungen des Vermieters zur Beseitigung von Schäden nach Erwerb des Objektes sind sofort abzugsfähige Werbungskosten

Das Finanzgericht Düsseldorf hat in seinem Urteil v. 21.1.2016 die Auffassung vertreten, dass Aufwendungen eines Vermieters zur Beseitigung von Schäden, die der Mieter in der Wohnung erst nach Erwerb des Objektes verursacht hat, steuerlich sofort abzugsfähige Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung darstellen. Die sog. 15 % - Grenze gem. § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG, wonach bei Überschreiten eine Umqualifizierung in Herstellungskosten erfolgt, sei in einem solchen Fall nicht anwendbar.

 

Im Streitfall wollte das Finanzamt die Aufwendungen als sog. anschaffungsnahe Herstellungskosten gem. § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG qualifizieren und nur über die Gebäudeabschreibung zum Abzug zulassen, weil die angefallenen Reparaturaufwendungen i. H. v. 17.091 € netto über der im Gesetz normierten Grenze von 15 % der Anschaffungskosten der Eigentumswohnung (104.101 €) lagen und die Renovierungsmaßnahme innerhalb des definierten 3-Jahres-Zeitraums nach Erwerb der Immobilie durchgeführt wurde.

 

Das Finanzgericht war anderer Auffassung. In Fällen von Schäden nach Erwerb der Immobilie bedarf die Vorschrift einer teleologischen Reduktion. Aus der Entstehungsgeschichte der Vorschrift lässt sich entnehmen, dass der Gesetzgeber einen Fall, in dem Schäden erst nach dem Erwerb entstehen, nicht vor Augen hatte. Außerdem könne in solchen Fällen auch eine außerordentliche Absetzung für Abnutzung wegen Substanzverlusten in Frage kommen, die ebenfalls sofort abzugsfähig wäre. Insofern spricht auch der Gleichbehandlungsgrundsatz für die Nichtanwendung.

Die Finanzverwaltung hat gegen das Urteil Revision beim BFH eingelegt. Es bleibt also abzuwarten, ob der BFH den Argumenten des Finanzgerichtes folgt und ebenso entscheidet. Steuerpflichtige, deren Fall ähnlich gelagert ist, können gegen ablehnende Bescheide Einspruch einlegen und mit Hinweis auf das anhängige Verfahren beim BFH bis zur endgültigen Entscheidung um Ruhen des Einspruchsverfahrens bitten. Wichtig ist auf jeden Fall eine Dokumentation hinsichtlich des Zeitpunktes des Schadeneintritts.

 

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