Immobilienrecht

Das Immobilienrecht umfasst den ganzen Lebenszyklus einer Immobilie. Bei einer Handelsgroßimmobilie kommen spezielle Facetten hinzu. Die rechtliche Betreuung geht von der Grundstückssicherung über die Planung des Einzelhandelsgroßprojekts, seine Genehmigung, seine Finanzierung, den Bau und den Betrieb der Handelsimmobilie bis zu ihrer Veräußerung. Dabei ist sowohl im öffentlich-rechtlichen Bereich, wie im privatrechtlichen Bereich eine Fülle von Rechtsvorschriften zu beachten, die in der täglichen Anwaltspraxis nicht immer anfallen:

 

Zum öffentlich-rechtlichen Immobilienrecht zählen u.a.:

  • Raumordnungsverfahren und landesplanerische Beurteilungen von raumbedeutsamen Projekten, wie z.B. die Innenstadverträglichkeit eines Handelsgroßprojekts,
  • die Bauleitverfahren, wie die Aufstellung und/oder die Änderung von Flächennutzungsplänen, Bebauungsplänen und Ortsabrundungssatzungen,
  • die Erteilung von Baugenehmigung,
  • die Bezüge zum einschlägigen sonstigen öffentlichen Recht, wie z.B. Wasserrecht, Naturschutzrecht, Straßen- und Wegerecht, Denkmalschutzrecht usw.

 

Zum privaten Immobilienrecht zählen:

  • Kauf- und Optionsverträge für Grundstücke,
  • Darlehensverträge, Joint Venture-Verträge, Mezzaninfinanzierungen,
  • die Verträge mit Architekten, Statikern, Sonderplanern und Gutachtern,
  • das Vergaberecht mit Einzelvergaben in den einzelnen Gewerken, mit Pauschalverträgen an
    einen Generalunter- oder Generalübernehmer, ggf. auch im GMP-Modell,
  • Verträge für Centermanager, Facilitymanager, Assetmanager und Propertymanager,
  • Gewerbemietverträge in Einkaufszentren und anderen Handelsorganismen,
  • Werbegemeinschaftsverträge für Einkaufscenter,
  • Verträge mit diversen Dienstleistern im Betrieb von Centern, wie Wartungs-, Reinigungsund
    Sicherheitsfirmen sowie mit Werbeagenturen und Medien.


Beim Verkauf einer Handelsimmobilie an einen Investor oder Fonds findet stets eine kritische und sorgfältige Prüfung (Due Diligence) des Objekts in zumindest technischer, wirtschaftlicher und rechtlicher Hinsicht statt. Die rechtliche Due Diligence umfasst dabei alle vorgenannten Rechtsgebiete und prüft die Rechts- und Vertragsgrundlagen der Handelsimmobilie auf ihre Effizienz und ihre nachhaltige Rechtsbeständigkeit.

Die vielfältigen Rechtsbeziehungen, die im Lebenszyklus einer Handelsimmobilie entstehen, führen auch zu Interessenkollisionen. Selten haben die beteiligten Professionals die Bereitschaft zu langwierigen gerichtlichen Auseinandersetzungen. Eines rasche rechtliche und wirtschaftliche Sicherheit liegt meist im allseitigen Interesse. Deshalb kommt einer außgerichtlichen Streitlösung hier besondere Bedeutung zu. Einen möglichen Weg dahin eröffnet die Mediation.

Mediation kann aber nicht nur aufgebrochene Konflikte interessengerecht lösen, sondern auch bereits beim Abschluss von Verträgen präventiv helfen, die spätere Entstehung von Konflikten zu vermeiden. Damit leistet die Vertragsmediation (Deal Mediation) einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit von Verträgen. Diese wirkt sich wiederum unmittelbar auf ihre Werthaltigkeit bei Finanzierung und Verkauf aus.
 

zurück